Was sind Sie sich selbst – Ihr größter Kritiker oder Ihr bester Freund?
Mitgefühl kennt jeder. Aber Mitgefühl mit sich selber – ist das nicht etwas für „schwache Gemüter“?
Oft klingt unser innerer Dialog so: „Was habe ich heute eigentlich geschafft? Wieder nicht umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe! Oh man, ich bin sauer auf mich. War ja klar…“
Würden Sie so mit einer guten Freundin sprechen? Höchstwahrscheinlich nicht! Wenn es einem Freund schlecht geht, reagieren wir meist verständnisvoll und tröstend.
Zweierlei Maß
Für sich selber scheinen andere Maßstäbe zu gelten als für die anderen. Mit uns selbst gehen wir hart ins Gericht. Wir verurteilen uns für Schwächen und Unzulänglichkeiten. Unser Selbstwertgefühl leidet und wirklich motivierend ist so ein Denken auch nicht.
Eine Alternative zur Selbstkritik ist das Selbstmitgefühl. Jeder von uns kann lernen, mit sich selber verständnisvoller zu sein.
„Selbstmitgefühl bedeutet, uns selbst so zu behandeln, wie wir es bei einem guten Freund oder einer guten Freundin tun würden.“ — Kristin Neff
Warum Selbstmitgefühl wirkt
Mit einer positiven inneren Stimme können wir uns selbst beruhigen, uns ermutigen und aufbauen. Indem wir uns annehmen wie wir sind, mit unseren Stärken und Schwächen, steigt unser Selbstwert.
Mitgefühl mit uns selber führt zu:
- einer größeren Fähigkeit, mit Schwierigkeiten umzugehen
- weniger Angst, Fehler zu machen
- weniger Angst vor Zurückweisung
- mehr Selbstachtung und Sympathie für die eigenen Eigenschaften
- weniger Stress und Angst
- innerer Stärke und Widerstandsfähigkeit
- besseren Beziehungen
Probieren Sie es beim nächsten Mal aus: Wenn Sie sich ärgern, versuchen Sie es mit Verständnis statt Kritik. Fragen Sie sich: „Was brauche ich gerade, damit es mir besser geht?“